Berliner Nationalgalerie, Alte und Neue - LRHeine

Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen

Die „Neue Galerie" im Hamburger Bahnhof - Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen - Ausstellung vom  08.04.2017 bis 29.10.2017

Rudolf Belling (1886–1972), Kopf in Messing, 1925, Messing, poliert

Rudolf Belling (1886–1972) zählt zu den wichtigsten deutschen Bildhauern der Klassischen Moderne. Die Nationalgalerie, die dem Künstler bereits 1924 seine erste Museumsausstellung widmete, stellt den Pionier der plastischen Abstraktion nun in der großen Retrospektive Rudolf Belling. Skulpturen und Architekturen vor. Die Ausstellung ist die erste umfassende Präsentation seines Werks seit 40 Jahren und belegt Bellings Bedeutung für die Avantgarde des 20. Jahrhunderts.

Ausgangspunkt sind elf Hauptwerke der 1920er-Jahre aus der Sammlung der Nationalgalerie, darunter der berühmte Dreiklang (1919/24). Die insgesamt rund 80 Exponate aus den 1910er- bis 1970er-Jahren – darunter Skulpturen, Zeichnungen, Modelle, Filme, Fotos und Figurinen – beleuchten die vielen Facetten eines Plastikers, der sich nicht auf das Medium der Skulptur allein festlegen lässt.

Bellings über sechs Jahrzehnte umfassendes Kunstschaffen ist von einmaliger Vielseitigkeit geprägt: sein stilistisches Vokabular reicht von Expressionismus bis Neue Sachlichkeit, von Futurismus bis Konstruktivismus, von Abstraktion bis Naturalismus. Auch im Hinblick auf Gattungen übertrat er gängige Grenzen: Er war als Bühnen- und Kostümbildner, Bau- und Werbeplastiker, Porträtbildner sowie als Designer aktiv; in Zusammenarbeit mit Architekten entstanden Innenräume, Bauplastiken, Brunnen und Denkmäler; Bau-Utopien fanden Ausdruck in visionären Entwürfen; seine „Moden-Plastik“ gilt bis heute als herausragendes Beispiel der modernen Schaufensterfigur. Diese grenzüberschreitende Heterogenität ließ Belling ganz bewusst zu: „Ob gegenständlich oder gegenstandslos, ich erlaube mir alles, was mir nötig erscheint, um organisch gesetzmäßig zu bilden.“, schrieb der Künstler 1922. Zu den Prinzipien des „Systems Belling“, wie er selbst es nannte, gehört die Konzeption der Skulptur als vielansichtige, raumhaltige Rundplastik ebenso wie das Einbeziehen des Leerraums als elementares Gestaltungselement.

Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende

Alte Nationalgalerie - Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende - Ausstellung vom  22.05.2015 bis 20.09.2015

Impressionismus - Expressionismus

Die Gemälde des Impressionismus und des Expressionismus sind weltweit Publikumsmagneten. Im Sommer 2015 präsentiert die Nationalgalerie - Staatliche Museen zu Berlin eine einzigartige Ausstellung, die sich erstmals dem Vergleich beider Stile widmet. Die Nationalgalerie erwarb seit 1896 durch ihren Direktor Hugo von Tschudi die erste Museumssammlung impressionistischer Bilder, noch vor Paris und anderen Metropolen. Tschudis Nachfolger Ludwig Justi wiederum trug nach 1918 im ehemaligen Kronprinzenpalais eine berühmte Sammlung von Werken der Expressionisten zusammen.

In einer umfassenden Schau wird nun den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen beiden Bewegungen sowie der großen Popularität dieser Stile nachgespürt. Gut 160 impressionistische und expressionistische Meisterwerke überwiegend deutscher und französischer Künstler aus den Beständen der Nationalgalerie und aus internationalen Museen werden in der Alten Nationalgalerie gezeigt.

Die Entwicklung des Impressionismus verbindet sich in Frankreich mit Künstlern wie Monet, Degas oder Renoir und in Deutschland mit Malern wie Liebermann, Corinth und Slevogt. Die heftige Gegenreaktion des Expressionismus fand in Deutschland ihre stärkste Ausprägung - bei Malern wie Kirchner, Heckel, Nolde und Marc. Keine anderen Stile sind zu ihrer Zeit so intensiv und scharfzüngig miteinander verglichen worden. Alle Versuche, die Eigenschaften der "Eindruckskunst" und "Ausdruckskunst" zu erfassen, liefen auf eine antithetische Gegenüberstellung hinaus: Hier der lebensfrohe Impressionismus französischer Prägung, dort der existentialistische deutsche Expressionismus. Die Übereinstimmungen zwischen Impressionismus und Expressionismus sind trotz gegensätzlicher Ansätze jedoch überraschend groß. Gemeinsam ist ihnen der antiakademische Affront und der Aufbruch in die Moderne. Es verbinden sie die Hochschätzung der Freilichtmalerei sowie die Umsetzung unmittelbarer Licht-, Farb- und Gefühlserlebnisse. Für Vertreter beider Stile sind Subjektivität und die Individualität der Pinselschrift positive Werte. Nicht zuletzt der Übergang vieler Künstler von impressionistischen zu expressionistischen Gestaltungsweisen beweist die strukturelle Verwandtschaft beider Stile. Nachdem sich das Publikum an den skizzenhaft-spontanen Pinselduktus gewöhnt hatte, begann der bis heute andauernde Siegeszug beider Stilrichtungen. Die dem Alltag entnommenen Motive - die Stadt mit ihren Straßen und Plätzen, die Menschen in den Bars, Cafés und Restaurants, die Orte der Freizeit am Rande der Stadt, an den Seen und am Meer, die Familie und das private Umfeld - trugen wesentlich zur Beliebtheit beider Stile bei. Gesellschaftskritische Züge werden erst ab 1910 verstärkt sichtbar. Die Ausstellung ist nach den gemeinsamen Hauptmotiven beider Stilrichtungen gegliedert und nimmt das gesamte Mittelgeschoss der Alten Nationalgalerie ein.

Im weißen Licht

Skulpturen aus der Friedrichswerderschen Kirche in der Neuen Nationalgalerie

Neue Nationalgalerie - Im weißen Licht Skulpturen aus der Friedrichswerderschen Kirche in der Neuen Nationalgalerie

Ausstellung vom 08.02.2013 bis 28.07.2013

Die Neue Nationalgalerie präsentiert in ihrer oberen Halle für die Dauer von rund einem halben Jahr das bedeutende Ensemble deutscher Skulptur des 19. Jahrhunderts aus der Friedrichswerderschen Kirche von Karl Friedrich Schinkel.

Aufgrund von Bauschädigungen ist die Friedrichswerdersche Kirche 2012 bis auf weiteres geschlossen worden. Die Ausstellung "Im weißen Licht" ist daher für längere Zeit die letztmalige Gelegenheit, die 36 Skulpturen in dieser Aufstellung zu sehen. Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wuchs in der preußischen Hauptstadt eine erfolgreiche Generation von Bildhauern heran, die ihren Ausläufern bis in die Vereinigten Staaten von Amerika reicht und vor allem mit zwei Namen verbunden ist: Johann Gottfried Schadow und Christian Daniel Rauch. Beide Künstler sind in der Ausstellung mit einer Vielzahl von Werken vertreten, darunter der Originalgips von Schadows "Prinzessinnengruppe". Zudem offenbart sich die einmalige Gelegenheit, das Ensemble neu zu betrachten - im Licht einer anderen Architekturikone, der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe (1886-1969), dessen Werk maßgeblich von der Auseinandersetzung mit dem großen Vorbild Schinkel geprägt ist.

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